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Wie sich Stress messen lässt

Stress wird allgemein definiert als die physiologische oder psychologische Reaktion auf interne und

externe Stressoren. Stress beeinflusst fast alle  Körpersysteme, auch die Gefühle und das Verhalten der Menschen. Grundsätzlich  dient die Stressreaktion dem Überleben. Moderater akuter (kurzzeitiger) Stress kann dabei  mitunter zu positiven Ergebnissen führen, z. B. zu einer verbesserten geistigen oder körperlichen

Leistungsfähigkeit, während anhaltender, chronischer Stress das Gegenteil bewirkt.

Akuter Stress hilft dem Körper, auf unmittelbare, vorübergehende Bedrohungen zu reagieren.

Vorübergehender leichter Stress, wie z. B. Sport, ist gesund und fördert positive adaptive

Veränderungen (Hormesis).

Chronischer Stress hingegen führt zu Stressadaptionen in allen Systemen und einer

Dysregulation der HPA-Achse (Hypothalamic-Pituitary-Adrenal = Hypothalamus - Hypophyse -

Nebennieren). Dies kann zu vielen Gesundheitsproblemen beitragen, indem es den zirkadianen

Rhythmus stört, Entzündungen fördert, das Mikrobiom verändert und epigenetische

Veränderungen verursacht.

Daher sind die Identifizierung von Stressoren und die Anwendung von Techniken zum

Stressabbau von grundlegender Bedeutung für eine optimale Gesundheit und die Vorbeugung

von Krankheiten.

Wer über Stress spricht, spricht meistens über ein Gefühl. Über Druck, über Erschöpfung, über das Gefühl, dem eigenen Leben hinterherzulaufen. Das ist berechtigt, denn genau so wird Stress erlebt. Nur ist damit noch nichts darüber gesagt, was im Körper geschieht, während es geschieht.

Die verbreitete Vorstellung lautet: Stress ist subjektiv, also entzieht er sich der Messung. Man kann ihn erfragen, einschätzen, auf einer Skala von eins bis zehn markieren — mehr nicht. Diese Vorstellung ist halb richtig. Das Erleben von Stress ist tatsächlich nur durch Auskunft zugänglich. Die Spuren, die anhaltende Belastung im Körper hinterlässt, sind es nicht. Sie sind messbar, und sie zeigen etwas anderes als der Fragebogen.

Zwei Wege zur Einordnung

Es gibt zwei Wege, sich ein Bild zu machen..

Der erste Weg: Das Erleben

Ich frage. Ich arbeite mit Fragebögen, mit Skalen, mit einer sorgfältigen Erhebung dessen, was du über deine Lage sagen kannst — und ich halte das für einen sehr wichtigen Weg. Denn Stress entsteht nicht durch eine Anforderung an sich, sondern durch die Bewertung, die du ihr gibst. Ob etwas als machbar oder als zu viel eingeordnet wird, entscheidet darüber, ob dein System in Alarm geht. Zwei Menschen in derselben Situation können völlig unterschiedlich reagieren, weil sie die Situation unterschiedlich lesen. Diese Innenseite ist über keine Analyse zugänglich. Nur über dich.

Ein guter Fragebogen tut dabei mehr, als Daten zu sammeln. Er richtet die Aufmerksamkeit auf Dinge, über die man normalerweise hinwegsieht. Er macht Muster benennbar. Und oft ist der Moment, in dem jemand die eigene Antwort schwarz auf weiß liest, schon der Anfang der Veränderung. Was er naturgemäß abbildet, ist eine Momentaufnahme aus deiner Sicht — und genau die brauche ich, denn ohne sie weiß ich nicht, worum es überhaupt geht. Einen kleinen Test zur Selbstreflexion findest du hier:

Der zweite Weg: Der Körper

Er zeigt etwas anderes: nicht wie du deine Lage einschätzt, sondern was dein System bereits aufgewendet hat, um sie zu halten. Drei Größen sind dabei besonders aussagekräftig:

  • Die Herzratenvariabilität — der Abstand zwischen zwei Herzschllägen. Ein gesundes Nervensystem passt den Rhythmus ständig an. Diese Beweglichkeit ist das eigentliche Maß. Die HRV misst deine Fähigkeit, dich zu regulieren.
  • Der oxidative Stress als physiologischer Stressor. Unter Dauerbelastung kippt das Gleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffverbindungen und Schutzsystemen. Zellen tragen Schaden davon, unabhängig davon, wie es sich anfühlt.
  • Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6. Ein ungünstiges Verhältnis begünstigt eine stille, dauerhafte Entzündungslage. Man misst hier weniger den Stress an sich, als dessen Ausgangsbasis. Dieser Wert lässt sich unmittelbar über die Ernährung bewegen.

Moderne Messverfahren

Beim oxidativen Stress geschieht das nicht mehr nur über einzelne chemische Werte, sondern über microRNAs — kurze Moleküle, die steuern, welche Erbinformation gerade abgelesen wird und welche stillliegt. Sie verändern nicht deine Gene. Sie regeln, was von ihnen durchkommt.
Man erfährt dadurch etwas, das ein einzelner Wert nicht hergibt: nicht nur, wie viel Belastung da ist, sondern wie dein System darauf antwortet — ob die Schutz- und Reparaturprogramme laufen oder ob sie ins Stocken geraten sind. Diese Muster zeigen deinen gegenwärtigen Betriebszustand.
Und sie sind nicht endgültig. Was sich unter Belastung verschoben hat, kann sich unter anderen Bedingungen zurückverschieben. Schlaf, Bewegung, Ernährung, die Fähigkeit zur Regulation — das sind die Stellschrauben selbst.

Auch Biofeedback gestützte Verfahren auf Basis von HRV sind recht neu, leicht in der Anwendung  und ermöglichen gezieltes Kohärenz-Training. 

Warum das mehr ist als eine Zahl

Es geht nicht darum, ein Gefühl durch einen Wert zu ersetzen. Es geht um zwei Blickrichtungen auf dieselbe Sache. Die eine zeigt die Innenseite: wie du deine Lage liest. Die andere zeigt, was dein System bereits eingesetzt hat, um diesen Zustand zu halten.

Interessant wird es, wo beide auseinanderfallen — und das kommt häufiger vor, als man denkt. Jemand sagt, es sei alles im Rahmen, und die Werte zeigen ein System unter Dauerlast. Diese Differenz zeigt, wie gut die Anpassungsleistung funktioniert hat. Genau das ist oft der Kern des Problems.

Womit ich arbeite

In meinem Coaching schauen wir auf potentielle psycho-emotionale, soziale sowie physiologische Stressoren, die dein System belasten können. 
Folgende Selbsttests sind für dich in der Eigenanwendung möglich, wobei ich dich bei der Auswertung der Ergebnisse und der Umsetzung  der Erkenntnisse im Alltag als Coach unterstütze: Stress-Test zur Bestimmung des oxidativen Stresses sowie Verhältnistest Omega 3 - Omega 6. 
  • Fragen und Reflexionen, schriftliches Material
  • Kohärenzmessung nach HeartMath®  mit dem InnerBalance, einem Biofeedback-Gerät, das die Herzfrequenz über einen Sensor misst und mit einer App über dein Handy funktioniert. Bei Bedarf stelle ich dir gerne ein Leihgerät gegen eine Pfandgebühr von 80 Euro während unseres Reconnect 3-Monats-Trainings zur Verfügung, die du nach Rücksendung des InnerBalance zurückbekommst.

Hinweis:  Die vorstellten Testverfahren dienen ausschließlich zur Standortbestimmung und besseren Einordnung deiner aktuellen Situation. Diese Werte sowie mein Coaching stellen keine medizinische Diagnostik dar, vermitteln keine medizinische Therapien  und ersetzen diese auch nicht. Die Durchführung erfolgt in Eigenanwendung und Selbstverantwortung.

Über ein professionelles Labor in Österreich als Kooperationspartner sind die erwähnten Laboranalysen möglich — unter anderem ein epigenetisches Stresspanel auf Basis von microRNA-Markern sowie die Bestimmung des Omega-3-/Omega-6-Verhältnisses. Bei Interesse sprich mich gerne an.

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